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18.06.2018

Alex Capus

Das Leben ist gut

Max ist eigentlich Schriftsteller, betreibt aber zum Vergnügen und zum Zeitvertreib eine Bar in der Schweizer Kleinstadt, in der er schon seit vielen Jahren lebt. Da seine Frau Tina, mit der er schon seit 25 Jahren zusammen ist, eine Gastprofessur in Paris angenommen hat, bleibt er mit den halbwüchsigen Jungen allein zurück und muss den Alltag ohne seine Frau meistern. Hauptakteure aber sind die Gäste im ‚Sevilla‘, Freunde, die zuweilen in der Bar verkehren und ein ausgestopfter Torokopf.

Capus Bargeschichten zeichnen sich durch genaue Beobachtungen und liebevolle Beschreibungen seiner Besucher aus. Er bleibt stets dicht an den Menschen. Dabei gelingt es ihm eine wunderbare Lebendigkeit zu schaffen. Capus reiht amüsante, nachdenklich stimmende, manchmal absurde Alltagsbegebenheiten aneinander. Lose zusammengehalten werden diese kleinen Episoden von einer Liebesgeschichte, die gerade durch die Abwesenheit der Frau besonders präsent ist: die von Max und Tina.

Capus Roman ‚Das Leben ist gut‘ widmet sich der Schönheit des Einfachen, er ist ein Lob des alltäglichen Lebens und der kleinen Dinge.


(Eva Braun)

dtv, 10,90 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-423-14631-9

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02.04.2018

Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge

Die Herzlichkeit der Vernunft

‚Die Herzlichkeit der Vernunft‘ ist ein sehr persönliches Zwiegespräch zweier großer Denker unserer Zeit. Alexander Kluge und Ferdinand von Schirach, beide Juristen und beide Schriftsteller, tauschen darin ihre Ideen und Gedanken über Sokrates, Voltaire oder Kleist aus. Ausgehend von historischen Rechtsfällen gelingt stets der Brückenschlag zu den Fragen unserer Zeit: es geht um Terror, um Recht und Gesetz. Gemeinsam ist beiden ein schier unerschöpfliches Interesse an der Ideenwelt, die unserem Rechtssystem zu Grunde liegt. Es geht buchstäblich um Gott und die Welt – und wohldosierte Anekdoten machen den Reiz dieser intelligenten Unterhaltung aus.

Ein großes, kleines Buch, das (beinahe) das Wissen und die Weisheit der Welt enthält. Auf jeden Fall eine literarische Wohltat.

(Eva Braun)

 

Luchterhand Verlag, 10,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-630-87591-0

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15.01.2018

Marion Poschmann

Die Kieferninseln

Alles beginnt mit einem schlechten Traum. Der nicht mehr ganz junge Privatdozent Gilbert Silvester ist nun felsenfest davon überzeugt, dass seine Ehefrau Mathilda ihn betrügt. Wutentbrannt verlässt er das Haus und fliegt mit dem erstbesten Flug Hals über Kopf nach Tokyo – obwohl ihn Japan nicht im Geringsten interessiert.

Mehr durch Zufall hält er in Tokyo auf einem Bahnsteig einen jungen Mann davon ab, sich vor den fahrenden Zug zu werfen. Gilbert nimmt den lebensmüden Yosa, einen vom Prüfungsdruck überforderten Studenten, unter seine Fittiche.

Fortan bilden der besserwisserische Gilbert und der ergebene Yosa ein höchst merkwürdiges Paar. Ganz Kulturwissenschaftler, kauft Gilbert klassische Literatur des Landes, darunter auch die berühmten Reiseaufzeichnungen des Haikudichters Matsuo Basho. Dieser unternahm Mitte des 17. Jahrhunderts als Pilger eine Wanderung durch den wilden Norden Japans nach Matsushima, zu den berühmten Kieferninseln. Gilbert folgt der plötzlichen Idee, die legendäre Reise des Dichters zu wiederholen. Schließlich sind die kiefernbewachsenen Inseln eine der schönsten Landschaften Japans. Dorthin also, den todessehnsüchtigen Yosa im Schlepptau, zieht es Gilbert Silvester. Es wird ein furioser, hochkomischer Trip zweier vor dem Leben Fliehender.

Marion Poschmanns Roman ist philosophisch und voller Sinn fürs Komische, besticht jedoch ganz besonders durch seine kunstvolle, schöne Sprache.


(Eva Braun)

 

Suhrkamp Verlag, 20,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-518-42760-6

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09.10.2017

Robert Menasse

Die Hauptstadt

Ganz am Anfang geschieht im Hotel Atlas in Brüssel ein Mord. Brunfaut, der zuständige Kommissar, wird alsbald vom Fall abgezogen da „höhere Interessen“ im Spiel sind. Heimlich führt Brunfaut die Ermittlungen weiter.

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse zeigt sich in seinem vielschichtigen Europa-Roman, als versierter Kenner der EU und ihrer Institutionen. Die europäische Dimension erschließt sich erst allmählich durch die Vielzahl von Figuren, die den Roman bevölkern. Zum Beispiel Alois Erhart, Spross einer Nazifamilie, Wiener Emeritus und streitbarer Wirtschaftswissenschaftler, vertritt in einem Think Tank seine Ideen zu einer nachnationalen Ökonomie. Oder David de Vriend, einer der letzten Holocaustüberlebenden, kämpft in einem Brüsseler Altersheim gegen das Vergessen. Dann Florian Susman, ein Schweinezüchterlobbyist, macht sich für Schweineohrenlieferungen nach China stark. Und im Zentrum des Geschehens steht eine buntgemischte Gruppe exzentrischer EU-Beamter. Sie arbeiten am „Big Jublilee Project“, einer Imagekampagne zum 50jährigen Bestehen der Europäischen Kommission – und an ihren Karrieren.

Die feinausgeleuchteten Lebensgeschichten führen in die historischen Tiefen und besonderen Verhältnisse einzelner EU-Länder und machen das „Babylonische“ von Brüssel sichtbar. Ganz am Ende schließt sich der Kreis.

„Die Hauptstadt“ bietet neben interessanten Einblicken von allem etwas: Politik, Mord, Intrige und ist eine durchaus vergnügliche Lektüre.

Ein Buch für alle, denen Europa am Herzen liegt.

(Eva Braun)

 

 

 

 

 

 

 

Suhrkamp Verlag, 24,00 Euro Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-518-42758-3

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24.07.2017

Kent Haruf

Unsere Seelen bei Nacht

Was tun gegen die Einsamkeit – vor allem im Alter, wenn der Partner gestorben ist? Addie, 70 Jahre alt und seit vielen Jahren Witwe, sucht jemand zum Reden. Nur ein paar Häuser entfernt wohnt der ebenfalls verwitwete Louis, den sie seit vielen Jahren kennt und immer schon sympathisch fand. Sie fasst sich ein Herz und macht ihm das Angebot, die dunklen, oft schlaflosen Nächte hin und wieder mit ihr zu verbringen: Einfach so, um nicht allein zu sein und sich zu unterhalten. Louis willigt nach einer kurzen Bedenkzeit ein. Bald geht er Abend für Abend zu Addie und übernachtet bei ihr. Sie liegen beieinander und erzählen sich ihr Leben.

Natürlich bleibt ihre Beziehung in dem kleinen verschlafenen Städtchen in Colorado, in dem die beiden leben, nicht unbemerkt. Auch ihre Kinder finden ihr ungewöhnliches Arrangement unpassend…


Kent Haruf erzählt in diesem großartigen kleinen Roman eine ungewöhnliche und berührende Liebesgeschichte.
So leise, so zart und so poetisch.


(Eva Braun)

 

Diogenes Verlag, 20,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-257-06986-0

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08.05.2017

Emmanuel Carrère

Alles ist wahr

Innerhalb weniger Monate wird der französische Schriftsteller Emmanuel Carrère Zeuge zweier Tragödien, die sein Leben verändern werden.


Carrère und seine Lebensgefährtin Hélène machen Urlaub auf Sri Lanka, sie sind im Begriff sich zu trennen, als am zweiten Weihnachtstag 2004 der Tsunami über ihren kleinen Ferienort hereinbricht. Allein auf Sri Lanka sterben an diesem Tag 30 000 Menschen. Carrère und Hélène überleben, wie durch ein Wunder. Aber die vierjährige Tochter eines befreundeten Paars ist unter den Toten.
Carrère schildert die Tage, die auf die Katastrophe folgen, dokumentiert was er sieht, mit den verwaisten Eltern erlebt - und beginnt ihre Geschichte zu schreiben. Am Ende dieser Reise beschließen Carrère und Hélène, sich niemals zu trennen.


Kaum zurück in Paris, nimmt ein neues Drama seinen Lauf: Juliette, die jüngere Schwester Hélènes, ist erneut an Krebs erkrankt. Sie stirbt wenig später, nur 33 Jahre alt, hinterlässt drei kleine Kinder und einen liebenden Mann. Juliette war Richterin. Zusammen mit ihrem ebenfalls von Krebs gezeichneten Kollegen Étienne kämpfte sie für die Rechte von Armen und Schuldnern und sorgte mit ihren Urteilen für Aufsehen.
Emmanuel Carrère, der Überlebende, möchte auch dieses (wie Juliette es selbst nannte) kleine Leben  festhalten, um der Willkür des Schicksals etwas entgegenzusetzen.


Er wählt für 'Alles ist wahr' eine Form zwischen Tatsachenbericht und Roman und schildert äußerst einfühlsam die Lebensgeschichten ganz gewöhnlicher ungewöhnlicher Menschen, um diese vor dem Vergessen zu bewahren.
Das Buch handelt von Leben und Tod, Krankheit, Armut und der Suche nach Gerechtigkeit - vor allem aber von Liebe.

(Eva Braun)

 


 

btb Verlag, 9,99 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-442-74719-1

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27.02.2017

David Grossmann

Kommt ein Pferd in die Bar

Schon als Kind spielte Dov Grinstein den Clown, um seine tieftraurige Mutter aufzuheitern. Dovele ist Stand-up-Comedian geworden, und an diesem Abend, seinem 57. Geburtstag, steht er in der Küstenstadt Netanja ein letztes Mal auf der Bühne. Mit im Saal sitzt ein pensionierter Richter, Doveles Jugendfreund, der ihn einst im Jugendcamp im Stich gelassen hat. Dovele hat Arishai Lazar eingeladen, den Abend zu verfolgen, um ein 'Urteil' über ihn zu fällen.

Für das Publikum, das sich auf Entspannung und Unterhaltung eingestellt hat, wird es eine befremdliche Vorstellung. Kaum etwas, was das Publikum vernimmt ist komisch. Dovele redet, tobt, rennt und schreit, wie um sein Leben. Die Show gerät zu einer erbarmungslosen Abrechnung: mit dem Publikum, der israelischen Gesellschaft, aber vor allem ihm, Dovele selbst. In nur wenigen Stunden rast ein sterbenskranker Mann mit seinen Zuhörern durch sein ganzes Leben. Durch die Hölle seiner persönlichen tragischen Familiengeschichte.

David Grossman hat mit 'Kommt ein Pferd in die Bar' einen herzzerreißenden und zugleich grausam komischen Roman über einen Mann geschrieben, der eine Nacht lang gegen sein Trauma anspielt. Ein Roman, der an einem einzigen Abend in einem Saal in Netanja spielt. Dennoch ragen in diesen Saal alle ungelösten Probleme Israels hinein.

Ein bitterschwarzer Abend.
Ein faszinierendes Buch!

(Eva Braun)

 

 

 

 

Hanser Verlag, 19,90 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-446-25050-5

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